Faktencheck

Argumente der Kritiker

Die Kritiker des Repowering-Projekts kommunizieren auf ihrer Webseite viele Informationen, die aus unserer Sicht einer sachlichen Prüfung der Fakten nicht standhalten.

Behauptung

„Das ganze Dorf läge im Schallteppich der neuen Windriesen. Die Hälfte der Bewohner müsste sich auf mindestens 40 Dezibel Dauerbeschallung einstellen, die andere Hälfte, an der nördlichen Peripherie, hätte noch mit mindestens 35 Dezibel zu rechnen. Dabei sprechen wir hier von den nächtlichen Werten ab 22.00 Uhr. Tagsüber dürfen es auch mehr sein. Für Dorfgebiete findet der Gesetzgeber tagsüber 60 Dezibel Dauerschall durchaus zumutbar.“

Richtigstellung

Laut Gutachten werden in der den Windenergieanlagen nächsten Bebauung maximal 39 dB erreicht – und auch nur, wenn der Wind den Schall exakt von den Anlagen in Richtung des Ortes trägt.
Über dieses Gutachten, was im BImSchG Verfahren durch die zuständige Behörde geprüft wird, wird sichergestellt, dass der anzulegende Richtwert nirgends überschritten wird. Dies wird durch eine „Worst Case Prognose“ erreicht, in der der lauteste Betriebsszustand der Anlage betrachtet wird und angenommen wird, dass jeder Immissionspunkt in Mitwindrichtung jeder Windenergieanlage liegt. Zusätzlich wird ein Sicherheitsaufschlag angenommen. Zur Nachtzeit werden die Richtwerte selbst unter den Worst Case Bedingungen zu größten Teilen weit unterschritten. Zu Tagzeiten werden die Anlagen nicht lauter als nachts.

Behauptung

„Das Gutachten wurde nur mit Mode 5, einer Leistung von 4,0 MW erstellt, die Nennleistung liegt allerdings bei 4,5 MW. Es ist nicht glaubhaft, dass die Anlagen im Modus 5 betrieben werden.“

Richtigstellung

Die Windenergieanlagen haben eine Nennleistung von 4,5 MW, wurden allerdings im Betriebsmodus 5 (4,0 MW) beantragt. Der Kreis Düren würde dies vermutlich bei einer Genehmigung als Nebenbestimmung im Genehmigungsbescheid festhalten. Nebenbestimmung zur Leistungsreduzierung würden dann später vom Kreis Düren als zuständige Genehmigungsbehörde kontrolliert. Die Anlagendaten würden lückenlos dokumentiert werden und könnten so jederzeit nachgewiesen werden.

Behauptung

„Für den Lärmschutznachweis werden an den Immissionsmesspunkten die Lärmwerte rechnerisch ermittelt. Messergebnisse aus dem Betrieb der neuen, geplanten Anlage Nordex N-149 liegen nach Angaben des Investors noch nicht vor.“

Richtigstellung

Der beantragte Modus 5 ist zwischenzeitlich vermessen worden und der Vermessungsbericht zum Verfahrensgegenstand gemacht. Vlatten wird kein Testfeld für den beantragten Anlagentyp. Die Anlage ist eine Weiterentwicklung bewehrter Technik und bisher 2x errichtet. Bis zur Errichtung in Vlatten wird die Anlage bereits ca. 200x errichtet worden sein.

Behauptung

„(...) Topographie nicht berücksichtigt (...)“

Richtigstellung

Die Topographie wird im Schallausbreitungsmodell des Gutachters berücksichtigt.

Behauptung

„ (...) Es ist auf den Bodendämpfungseffekt von -3 dB zu verzichten (...)“

Richtigstellung

Es wird kein Bodendämpfungseffekt verwendet. Das negative Vorzeichen bedeutet, dass der Boden die Schallausbreitung zusätzlich durch Reflexion begünstigt („Worst Case Prognose“).

Behauptung

„(...) Es erfolgte keine meteorologische Korrektur (...)“

Richtigstellung

Es erfolgt keine meteorologische Korrektur, da angenommen wird, dass die Schallausbreitung unter optimalen meteorologischen Verhältnissen und im lautesten Betriebsszustand stattfindet. Das Gutachten hat den Anspruch zu gewährleisten, dass die Richtwerte zu jeglichen Bedingungen eingehalten werden („Worst Case Prognose“)

Behauptung

„(...) Infraschall wird nicht betrachtet (...)“

Richtigstellung

Infraschall wird neben Windenergieanlagen auch durch u.a. KFZ- Verkehr und Windgeräusche emittiert. Durch verschiedene Landesumweltämter wurden Studien angefertigt, um das Thema zu untersuchen. Es gibt keinen wissenschaftlich anerkannten Nachweis, dass Infraschall unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsschwelle einen negativen Einfluss auf den Menschen nimmt. Die Hör- und Wahrnehmungsschwelle wird bereits in einem Abstand von 300 m zur Windenergieanlage unterschritten. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass sich bereits ab einer Entfernung von 700 m der Infraschallpegel durch das Einschalten der Windenergieanlagen nicht wesentlich erhöht. Aus diesen Gründen ist Infraschall nicht Gegenstand eines BImSchG Verfahrens.

Behauptung

Rotorschattenwurf: „(...)deutliche Überschreitung der Richtwerte (...)“

Richtigstellung

Die zulässige Beschattungsdauer pro Wohnhaus beträgt maximal 30 Minuten pro Tag und 8 Stunden pro Jahr. Über eine Abschaltautomatik werden diese Werte eingehalten. Die im Gutachten berechneten maximal möglichen Beschattungszeiten (immer Sonnenschein, immer Wind) sind nicht meteorologisch wahrscheinlich und dienen lediglich dazu, die Bereiche festzulegen für die eine Abschaltautomatik einzuprogrammieren ist, um zu gewährleisten, dass die Richtwerte an keinem Punkt überschritten werden können. Der Kreis Düren würde dies bei einer Genehmigung voraussichtlich als Nebenbestimmung im Genehmigungsbescheid festhalten. Nebenbestimmung zur Schattenwurfabschaltung würden vom Kreis Düren als zuständige Genehmigungsbehörde kontrolliert. Die Anlagendaten würden lückenlos dokumentiert werden und könnten so jederzeit nachgewiesen werden.

Behauptung

Rotorschattenwurf: „(...) Topographie nicht berücksichtigt (...)“

Richtigstellung

Die Topographie wird in der Schattenwurfprognose, ebenso wie der meteorologische Sonnenverlauf, berücksichtigt.

Behauptung

„Die Sicherheitsabstände zwischen den neuen, sehr groß dimensionierten WEA sind damit nicht ausreichend, um eine gegenseitige Störwirkung durch Turbulenzen zu vermeiden.“

Richtigstellung

Die Standorteignung der beantragten und benachbarten WEA wurde gemäß DIBt-Richtline für Windenergieanlagen bewertet und die vorliegende gültige Typenprüfung der Windenergieanlagen zu Grunde gelegt. Die Standorteignung ist nach einem Vergleich der Auslegungslasten nachgewiesen.
Es existieren keine Vorschriften zu einem Mindestabstand zwischen Windenergieanlagen. Um benachbarte Windenergieanlagen jedoch nicht zu stark zu verschatten und somit die Winderträge zu schmälern, berücksichtigen Planer je nach Windrichtung verschiedene Abstände. Bei zu geringen Abständen sinken nicht nur die Erträge und somit die Einnahmen, sondern durch Verwirbelungen im Nachlauf der Anlage erhöht sich die Last auf die windabwärts stehende Anlage. Über die statische Typenprüfung ist festgelegt, welche Bauteile welche Lasten erdulden können, um der genehmigten Betriebsdauer standzuhalten. Über eine Standorteignungsprüfung und einen Prüfstatiker wird dies im Laufe des Genehmigungsverfahrens geprüft und bescheinigt. Durch wiederkehrende Prüfungen während der gesamten Betriebszeit wird der Zustand der Windenergieanlagen überprüft.

Behauptung

„Die Erfassung der Arten fand im Frühjahr 2018 von März bis Juli statt. Die Abfrage bei den Verbände und Träger öffentlicher Belange jedoch erst im Nachhinein, im Oktober 2018! (ASP I) Diese Abfrage erfolgte zudem unvollständig. (Ein Teil der angrenzenden Kommunen wurde nicht befragt, dafür andere, die nicht zu den Anliegern des geplanten Repowering gehören.) Damit kann die erfolgte Untersuchung dem Anspruch einer ASP II nicht gerecht werden, da noch keine Erfassungsgrundlagen der ASP I vorlagen, als sie vorgenommen wurde. Es wurde „ins Blaue hinein“ erfasst.“

Richtigstellung

Es wurden für alle relevanten Arten vertiefende Untersuchungen durchgeführt, die sich an den vorgegebenen Leitfaden des Landes NRW halten. Diese beinhalten automatisch alle in der ASP I aufgeführten Arten. Durch die Modernisierung des Windparks verbessert sich der Artenschutz durch Ablenkungsmaßnahmen und Abschaltungen deutlich. Ausgleichsmaßnahmen, Fledermausdetektion und -abschaltung sowie Rotmilan-Abschaltung verringern ein potentielles Kollisionsrisiko.

Behauptung

„Die Lichtverschmutzung durch die nötige Warnbefeuerung der 200-Meter-Anlagen konterkariert die langjährigen Anstrengungen des Nationalparks Eifel, der Anliegergemeinden und des Naturpark Eifel eine nächtliche Lichtverschmutzung im Umfeld des Nationalparks auszuschließen.“

Richtigstellung

Die neuen Anlagen werden mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ausgestattet. Nur wenn Flugbewegungen eine Beleuchtung des Windparks erforderlich machen, wird diese automatisch aktiviert. Maßgeblich sind Flugbewegungen in Verbindung des militärischen Fliegerhorstes Nörvenich. Die dauerhafte Beleuchtung von 8 Anlagen reduziert sich auf die temporäre Beleuchtung von 5 Anlagen.

Behauptung

``…ein Wertverlust von mehr als 20% für die Häuser in unseren Dörfern…``

Richtigstellung

Immobilienpreise sind von sehr vielen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel Angebot und Nachfrage, Entfernung zu Arbeitsplätzen, Infrastruktur (Kindergärten, Schulen, Nahversorgung, Ärzte, Apotheken, etc.), Wirtschaftskraft vor Ort, dem demographischen Wandel und noch weiteren Faktoren. Eine deutliche Wertveränderung nur durch einen einzigen Faktor erscheint daher nicht plausibel.